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Marder im Winter - Kein Winterschlaf, aber aktiv!

Marika Janßen 25. April 2026
Ein Marder sitzt auf einem Baumstamm, bereit für seinen Winterschlaf.

Inhaltsverzeichnis

Bei heimischen Mardern lohnt ein klarer Blick auf die Biologie: Sie verschlafen den Winter nicht, sondern bleiben auf Nahrungssuche und passen ihre Aktivität an Kälte, Deckung und Beute an. Genau deshalb tauchen sie in der kalten Jahreszeit oft in Dachböden, Schuppen oder am Rand naturnaher Gärten auf. Wer das Verhalten versteht, kann Schäden vermeiden, ohne aus dem Garten einen leblosen Raum zu machen.

Das Wichtigste in wenigen Sätzen

  • Steinmarder und Baummarder halten keinen echten Winterschlaf. Sie bleiben auch im Winter aktiv.
  • Die Tiere sind meist nachts unterwegs und nutzen tagsüber geschützte Verstecke.
  • Im Winter rücken Steinmarder oft näher an Gebäude, weil dort Wärme, Ruhe und Nahrung leichter zu finden sind.
  • Baummarder bleiben deutlich waldgebundener und sind Menschen gegenüber scheuer.
  • Offene Schlupflöcher ab etwa 5 Zentimetern sind kritisch und sollten sicher verschlossen werden.
  • Dauerhaft hilft nicht das eine Hausmittel, sondern eine saubere Trennung von Wildraum, Garten und Gebäude.

Die kurze Antwort auf die Frage nach dem Marder im Winter ist also schlicht: kein Winterschlaf, keine echte Winterruhe, sondern ein an die Jahreszeit angepasster Alltag. Der Mythos hält sich trotzdem hartnäckig, weil viele Tiere im Winter weniger sichtbar sind und Marder tagsüber ohnehin selten offen herumstreifen. Bei Mardern ist das jedoch eine Frage des Verhaltens, nicht des Abschaltens ihrer Körperfunktionen.

Marder machen keinen echten Winterschlaf

Winterschlaf ist biologisch etwas ziemlich Spezielles: Die Körpertemperatur sinkt stark, der Stoffwechsel fährt deutlich herunter, und das Tier lebt in dieser Zeit von Fettreserven. Genau das machen heimische Marder nicht. Sie bleiben aktiv, suchen weiter Nahrung und wechseln lediglich ihre Wege, Verstecke und Zeiten, je nachdem, wie kalt es ist und wo sie Beute finden.

Ich halte die Unterscheidung für wichtig, weil sie viele Missverständnisse auflöst. Wer glaubt, ein Marder „schlafe den Winter durch“, übersieht schnell, dass gerade in der kalten Jahreszeit Schäden an Dach, Dämmung oder Auto entstehen können. Der vermeintliche Marder-Winterschlaf ist also eher ein Mythos als ein biologischer Zustand.

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Was sie stattdessen tun

Marder sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ziehen sie sich in sichere Ruheplätze zurück, nachts gehen sie auf Suche nach Mäusen, Vögeln, Eiern, Insekten, Früchten oder Aas. Im Winter verschiebt sich dabei vor allem die Nutzung der Umgebung: Wege werden kürzer, Verstecke wichtiger und Nahrungsquellen entscheidender. Das ist keine Ruhephase im eigentlichen Sinn, sondern sparsame Anpassung an knappe Ressourcen.

Damit ist die Grundfrage geklärt. Spannend wird es jetzt bei der Unterscheidung der Arten, denn nicht jeder Marder verhält sich im Winter am selben Ort gleich.

Ein Marder sitzt auf einem Baumstamm, bereit für seinen Winterschlaf.

So unterscheiden sich Steinmarder und Baummarder im Winter

Für die Praxis ist die Artfrage mehr als nur Biologie. Der Steinmarder ist der typische Kulturfolger, der sich in Siedlungen, an Häusern und in Nebengebäuden wohlfühlt. Der Baummarder bleibt stärker an den Wald gebunden und meidet die unmittelbare Nähe des Menschen eher. Wenn also im Winter Geräusche auf dem Dachboden auftauchen, ist der Steinmarder deutlich wahrscheinlicher.

Merkmal Steinmarder Baummarder
Lebensraum Dörfer, Städte, Scheunen, Dachböden, Stein- und Holzstapel Wälder, alte Baumbestände, ruhige Gehölzränder
Verhalten im Winter Bleibt aktiv, rückt bei Bedarf näher an menschliche Strukturen Bleibt ebenfalls aktiv, nutzt aber eher deckungsreiche Waldstrukturen
Nähe zum Menschen Häufig Eher selten
Typische Spuren Geräusche im Dach, Kot, Schäden an Dämmung, gelegentlich Bissspuren Spuren im Wald, an Baumhöhlen oder auf ruhigen Wechseln
Größe Etwa katzengroß, mit langem Schwanz Ähnlich groß, aber meist etwas waldtypischer und scheuer im Auftreten

Der wichtigste praktische Unterschied ist also nicht das Fellmuster, sondern die Nähe zum Menschen. Der Steinmarder bringt die meisten Winterprobleme im Hausumfeld mit sich, während der Baummarder eher ein stiller Waldnachbar bleibt. Wer das einmal sauber trennt, versteht auch besser, warum Marder im Winter so unterschiedliche „Auftritte“ haben.

Warum Marder im Winter näher an Häuser rücken

Aus meiner Sicht wird dieser Punkt oft unterschätzt: Nicht die Kälte allein treibt Marder an Gebäude, sondern die Kombination aus Nahrung, Schutz und Laufwegen. Gerade dort, wo der Garten strukturreich ist und das Haus kleine Schwachstellen hat, finden sie sehr gute Bedingungen. Das bedeutet nicht, dass ein naturnaher Garten automatisch ein Marderproblem ist. Es heißt nur, dass man die Übergänge zum Gebäude ernst nehmen sollte.

  • Nahrung - Im Winter sind Beutetiere schwerer zu finden, und offene Futterquellen oder Kompostreste werden attraktiver.
  • Deckung - Dachböden, Holzstapel, Schuppen und Hohlräume bieten Schutz vor Wind und Störung.
  • Wärme - Warme oder trockene Verstecke sind im Winter besonders reizvoll, vor allem in Siedlungen.
  • Wege - Hecken, Mauern, Mauervorsprünge und Dachlinien funktionieren für Marder wie sichere Laufkorridore.

Ich sehe in der Praxis immer wieder denselben Denkfehler: Man sucht nach einer „Winterlogik“ des Tieres, obwohl die Antwort meist ganz schlicht ist. Marder bleiben aktiv, und wenn sie an einem Ort leichter an Nahrung und Ruhe kommen, nutzen sie ihn. Genau deshalb ist die nächste Frage nicht nur „Was macht der Marder?“, sondern auch „Wie reagiere ich sinnvoll?“.

Was du bei Spuren auf Dachboden, Carport oder im Garten tun solltest

Wenn du Spuren entdeckst, ist Ruhe hilfreicher als Aktionismus. Marder lassen sich selten mit einem schnellen Griff zum Sprühmittel lösen, und laute Kurzzeitlösungen ändern meist nur das Verhalten, nicht das Problem. Ich würde immer nach derselben Reihenfolge vorgehen.

  1. Prüfe zuerst die Anzeichen: nächtliche Kratz- und Trippelgeräusche, Kot, Geruch, zerwühlte Dämmung oder Beutereste.
  2. Schließe Öffnungen nicht blind, wenn nicht sicher ist, dass das Tier draußen ist. Sonst sperrst du es im schlimmsten Fall ein.
  3. Entferne Futterquellen: offene Müllsäcke, Essensreste, leicht zugänglicher Kompost und Tierfutter im Freien.
  4. Sichere kritische Stellen am Gebäude: Dachluken, Lüftungsschlitze, Rollladenkästen und andere Öffnungen ab etwa 5 Zentimetern.
  5. Hole bei unklarer Lage oder möglichen Jungtieren fachkundige Hilfe, statt mit Risiko und Druck zu arbeiten.

Besonders wichtig ist die Reihenfolge beim Abdichten. Ein Marder im Gebäude ist nicht mit „zu späteren Stunden verschließen und abwarten“ erledigt, sondern mit sauberem Ausschluss nach Kontrolle. Genau an dieser Stelle entstehen die meisten Folgeschäden, weil Menschen zu früh handeln oder sich auf ein einzelnes Hausmittel verlassen. Danach stellt sich die eigentliche Frage: Wie bleibt der Garten lebendig, ohne dass das Gebäude zum bequemen Unterschlupf wird?

Ein naturnaher Garten bleibt möglich

Ein guter Naturgarten ist nicht steril. Er darf Struktur haben, Totholz, Hecken, Laub und Rückzugsräume für viele Arten. Entscheidend ist die Zonierung. Ich würde den Bereich direkt am Haus immer anders behandeln als die weiter entfernte Gartenzone.

  • Lege Reisig- und Laubhaufen nicht direkt an die Hauswand, sondern in den hinteren Gartenbereich.
  • Halte Kompost sauber und möglichst geschlossen, damit keine Essensreste offen herumliegen.
  • Lagere Brennholz nicht so, dass es als Kletterhilfe bis zum Dach oder zur Dachrinne dient.
  • Nutze Hecken und Gehölze als Lebensraum, aber mit Abstand zu möglichen Einstiegen ins Gebäude.
  • Reinige Futterstellen regelmäßig, damit keine Reste andere Wildtiere oder eben Marder anlocken.

Das ist der Punkt, an dem naturnaher Gartenbau wirklich sinnvoll wird: nicht alles beseitigen, sondern bewusst ordnen. Struktur für Wildtiere ja, direkte Brücken ans Haus eher nein. So bleibt der Garten ökologisch wertvoll, ohne dass Nebengebäude zur warmen Zwischenstation werden.

Was der Marderwinter für den Schutz von Wildtieren wirklich lehrt

Für mich steckt in diesem Thema eine einfache, aber wichtige Lektion: Wer versteht, dass Marder keine Winterschläfer sind, plant realistischer. Dann geht es nicht mehr um den Versuch, ein Wildtier „stillzulegen“, sondern um ein kluges Nebeneinander. Marder regulieren als Beutegreifer kleine Nager, sie gehören also ganz klar in die heimische Fauna.

Gleichzeitig sind sie robuste Nachbarn, die dort Vorteile nutzen, wo Menschen ihnen unbewusst helfen. Genau deshalb funktioniert guter Schutz am besten über klare Grenzen: draußen naturnah, am Gebäude dicht und kontrolliert. Wenn du dir nur einen Satz merkst, dann diesen: Wildstrukturen im Garten sind wertvoll, offene Schlupflöcher am Haus nicht.

So bleibt der Garten lebendig, und das Gebäude trotzdem geschützt. Wer diese Trennung sauber hinbekommt, muss Marder weder dämonisieren noch dulden, sondern kann mit ihnen pragmatisch und tiergerecht umgehen.

Häufig gestellte Fragen

Nein, Marder halten keinen Winterschlaf. Sie bleiben auch im Winter aktiv, passen ihre Routen und Verstecke an die Kälte und Nahrungssuche an, anstatt ihre Körperfunktionen herunterzufahren.

Marder suchen im Winter Schutz, Wärme und leichter zugängliche Nahrungsquellen. Gebäude bieten oft ideale Bedingungen, besonders wenn es offene Zugänge und Futterquellen wie Kompost gibt.

Achten Sie auf nächtliche Geräusche wie Kratzen oder Trippel auf dem Dachboden, Kotspuren, Geruch, zerwühlte Dämmung oder Beutereste. Diese Anzeichen deuten auf einen Marder hin.

Sichern Sie alle Öffnungen ab ca. 5 cm am Haus. Entfernen Sie Futterquellen wie offene Müllsäcke und halten Sie Kompost geschlossen. Lagern Sie Holzstapel nicht direkt am Haus, um Kletterhilfen zu vermeiden.

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Autor Marika Janßen
Marika Janßen
Nazywam się Marika Janßen i od 5 lat zajmuję się tematyką dzikich zwierząt oraz tworzeniem naturnych ogrodów. Moja pasja do przyrody zaczęła się w dzieciństwie, kiedy spędzałam długie godziny obserwując ptaki i inne zwierzęta w moim ogrodzie. Z czasem zrozumiałam, jak ważne jest tworzenie przestrzeni, które wspierają lokalną faunę i florę. W swoich tekstach staram się przybliżyć czytelnikom, jak mogą stworzyć przyjazne środowisko dla dzikich zwierząt w swoich ogrodach. Zależy mi na tym, aby moje artykuły były nie tylko informacyjne, ale także inspirujące, zachęcając do działania na rzecz ochrony przyrody. Poruszam kwestie związane z bioróżnorodnością oraz praktyczne porady dotyczące uprawy roślin, które przyciągają owady i ptaki. Mam nadzieję, że moje doświadczenie pomoże innym zrozumieć, jak niewiele trzeba, aby uczynić nasze otoczenie bardziej przyjaznym dla dzikich zwierząt.

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